Der hydraulische Abgleich nach Verfahren A oder B

Was ist ein hydraulischer Abgleich?


Der hydraulische Abgleich ist eine technische Maßnahme zur optimierten Verteilung des Heizwassers in einer Zentralheizung. Ziel ist es, dass alle Heizkörper im Gebäude die genau benötigte Wärmemenge erhalten – nicht zu viel, nicht zu wenig.
Ohne Abgleich fließt das Heizwasser oft unkontrolliert durch die „nächstliegenden“ Heizkörper, während weiter entfernte Räume unterversorgt sind – das führt zu:

  • höherem Energieverbrauch
  • ungleichmäßig warmen Räumen
  • überdimensionierten Pumpen
  • erhöhter CO2-Emission
Warum ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll?

  • Gleichmäßige Wärmeverteilung im Haus
  • Weniger Energieverbrauch und Heizkosten
  • Wichtige Voraussetzung für staatliche Förderung (z.B. neue Wärmepumpe oder Heizungsoptimierung)
  • Förderfähig durch das BAFA
Die Verfahren A und B – die zwei Methoden im Überblick


 
                     Verfahren A                       Verfahren B

Anwendung
 
Ein-/Zweifamilienhäuser,
einfache Anlagen
      Größere oder komplexere Gebäude        

Datenbasis
 
          Standardwerte & Faustregeln           Individuelle Berechnung
(Raum für Raum)

Genauigkeit
 
mittel hoch

Aufwand
 
gering-mittel hoch

Softwareeinsatz
 
nicht zwingend erforderlich notwendig
                   
            Förderfähigkeit      
    
eingeschränkt erforderlich für BEG-Förderung
(z.B. bei Heizungsoptimierung)

Das Verfahren A – der vereinfachter hydraulischer Abgleich

  • Beruht auf Schätzungen und Herstellerdaten
  • Ziel: einigermaßen ausgeglichene Durchflussmengen
  • Man nutzt z.B. voreinstellbare Thermostatventile, einfache Tabellen zur Heizkörpergröße etc.
  • Keine genaue Heizlastberechnung
  • Nicht bei KfW-Effizienzhäusern oder BEG-Einzelmaßnahmen förderfähig, außer bei kleinen Altanlagen
Vorteil: Kostengünstig & einfach
Nachteil: Keine präzise Energieeinsparung nachweisbar

Das Verfahren B – der normgerechter hydraulischer Abgleich

  • Erfordert eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
  • Berücksichtigt:
    • Heizkörpergrößen
    • Rohrleitungsverluste
    • Gebäudedämmung
    • Nutzerverhalten
  • Einstellung von:
    • Vorlauftemperaturen
    • Pumpenleistung
    • Druckverlusten
    • Thermostatventilen mit Voreinstellung
Vorteil: Deutlich effizienter – Energieeinsparung bis zu 15%
Nachteil: Höherer Planungs- & Kostenaufwand

Das Verfahren B wird in der BEG-Förderung (z.B. BAFA Heizungsoptimierung oder KfW-Sanierung) verlangt.




Energiecheck